Steuerung eines Organisations-
und Entwicklungsprozesses

Um eine Kultur der Beteiligung und Beschwerde in einer Einrichtung zu etablieren, ist ein längerer Entwicklungsprozess nötig. Das Team von „geRECHT in NRW“ begleitet und steuert Organisations- und Entwicklungsprozesse zum Aufbau und/ oder Förderung einer Kultur der Beteiligung- und Beschwerdemöglichkeit gerne. Dabei sind folgende Arbeitsschritte sinnvoll:

Kick-off-Veranstaltung:

Bei einer Kick-off-Veranstaltung soll ein erster Schritt in Richtung Sensibilisierung gemacht werden, der sich auf die jeweilige Einrichtung als Ganzes bezieht. Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Pädagogi/innen der Wohngruppen erhalten Impulse, die sich auf die alltagsbezogenen Beteiligungs- und Beschwerdestrukturen beziehen. Eine Beteiligungs- und Beschwerdekultur kann sich nur dann etablieren, wenn sie alle akzeptieren und für wichtig halten. Mit der Kick-off-Veranstaltung sollen einerseits die Kinder und Jugendlichen erreicht werden – und anderseits die Pädagog/innen der Einrichtung.
Neben einer Plenumsdiskussion besteht die Kick-off-Veranstaltung aus kleineren Arbeits-gruppen, um dort das Themenfeld Beteiligung und Beschwerde und die derzeitige Umsetzungspraxis zu erörtern. Hierbei könnten folgenden Fragen im Mittelpunkt stehen: Was ver-stehen wir unter Beteiligung und Beschwerde? Was setzen wir an Beteiligungs- und Be-schwerdemöglichkeiten bereits um? Wie bewerten die Kinder, Jugendlichen und die pädagogischen Fachkräfte die bereits bestehenden Strukturen und Kulturen der Beteiligung und Beschwerde? Wird in dieser Hinsicht ein Änderungs- oder Weiterentwicklungsbedarf gese-hen? Was brauchen Kinder und Jugendliche, damit sie sich beteiligt fühlen? In diesem Zusammenhang werden Arbeitsaufträge erarbeitet, die in daran anschließenden Veranstaltun-gen weiter bearbeitet werden.

Arbeitsgruppenphase:

Die in der Kick-off Veranstaltung formulierten Arbeitsaufträge werden in der Arbeitsgruppenphase aufgegriffen, um darauf aufbauend das einrichtungsbezogene Potenzial der Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten auszuschöpfen. Die Arbeitsgruppenphasen bestehen aus mehreren Treffen, um die Schutz-, Förder- und Beteiligungsmöglichkeiten für den Wohngruppenalltag zu konzipieren. Im Mittelpunkt stehen einerseits die Strukturen, andererseits die Kultur der Beteiligung und Beschwerde, mit Fokus auf die je konkrete Umsetzung in der Wohngruppe. Die Arbeitsgruppenphase gliedert sich in Kleingruppenarbeiten, in denen zum einen mit den Kindern und Jugendlichen und zum anderen mit den pädagogischen Fachkräften zusammengearbeitet wird. Die Arbeitsformen werden entsprechend und ansprechend durch „geRECHT in NRW“ gestaltet, mit dem Ziel, die Ergebnisse aus den jeweiligen Gruppen im Plenum zu diskutieren, um die Wege und Möglichkeiten einer Beteiligungs- und Beschwerdekultur auszuloten. Inhaltlich können folgende Themen erarbeitet werden: Interne Beschwerdeverfahren, methodische Handlungskompetenzen für Beteiligungsmöglichkeiten im Wohngruppenalltag, Weiterentwicklung von Strukturen der Beteiligung, Umgang mit Beschwerden im Alltag etc. Am Ende der Arbeitsgruppenphasen stehen Vereinbarungen, verstanden als eine Übereinkunft über die Handlungswege der Beteiligung und Beschwerde im Wohngruppenalltag.

Abschlussveranstaltung:

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse aus der Arbeitsgruppenphase präsentiert und mit allen Beteiligten diskutiert. Hiermit wird das Ziel verfolgt, die pädagogischen Fachkräfte sowie die Kinder und Jugendlichen über die Ergebnisse und daraus sich ergebende Handlungsmöglichkeiten zu informieren.